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Next Generation Kommunikation – Marktübersicht, Technologien und Potenziale

Gadgets (= Apps, = Widgets) für Facebook, Google und Windows Live eröffnen neue Möglichkeiten im Rahmen digitaler Kommunikation und Interaktion. Der folgende Beitrag liefert eine konzentrierte Übersicht über Märkte, Technologien und Potenziale.

Unter dem Begriff "Next Generation Marketing" werden hier die folgenden digitalen Kommunikationskanäle zusammengefasst:

  • Desktop Gadgets/Widgets für Windows, Google und Mac
  • Web Gadgets für Windows Live und iGoogle
  • Apps für iPhones und weitere mobile Plattformen
  • Apps für Social Networks, hier am Beispiel der Plattform Facebook

Corporate Websites fallen in dieser Betrachtung explizit unter die Kategorie "klassische Kommunikation" und werden deshalb nicht miteinbezogen. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Next Generation Kommunikationskanäle wie Online Media Services für Windows Media Center (= interaktives Fernsehen) und Messenger Services.

Gadgets/Widgets/Apps – die kleinen, nützlichen Helfer

Gadgets (Widgets/Apps) sind "Bonsai-Applikationen". In sie lassen sich nach Belieben Informationen und Services integrieren. Sie können Nachrichten, Börsenkurse, Spiele, Suchfunktionen für Produkte, Videos und Audioinhalte beinhalten. Grundsätzlich sind technisch fast alle Funktionen einer Website implementierbar.

Ein Gadget lässt sich ohne Programmierkenntnisse oder grossen Aufwand in verschiedene Umgebungen einbetten.

Umgebung Desktop: Google vs. Microsoft zum Ersten

Der Desktop unter Windows Vista enthält die Windows Sidebar, auf welcher sich die Gadgets installieren lassen. Microsoft unterhält für die Verbreitung der Sidebar Gadgets eine webbasierte Plattform unter live.com, auf der die Gadgets innerhalb von Kategorien zum Download verfügbar sind. Zusätzlichen lassen sich diese auch über andere Websites verbreiten.

Technisch gesehen basieren Sidebar Gadgets auf HTML und JScript (Microsoft kompatibles JavaScript) und ActiveX Komponenten. Dies ermöglicht die Einbindung von Rich-Media Komponenten wie Flash- oder Silverlight-Anwendungen. Bei der visuellen Konzeption ist vor allem den begrenzten Platzverhältnissen innerhalb der Sidebar Beachtung zu schenken.

Idealerweise bindet man die Gadgets an bestehende Datenquellen (z.B. ans CMS der Website) an, damit die Pflege der Inhalte keine zusätzlichen personellen Ressourcen erfordert. Für den Datenaustausch eigenen sich JSON und klassische Web Schnittstellen wie eine XML WebAPI.

Mit Google Desktop bietet Google ein Tool, welches die gleichen Funktionen wie die Windows Sidebar umfasst. Google Desktop Gadgets können über einen ähnlichen Funktionsumfang wie Windows Sidebar Gadgets verfügen. Sie basieren technisch auf XML (pseudo DHTML) und Javascript. Speziell hervorzuheben ist hier die nahtlose Portierbarkeit zwischen Windows und Mac.

Die datenbanktechnische Anbindung erfolgt – ähnlich wie bei Windows Sidebar Gadgets – via JSON oder eine Standard XML WebAPI.

Der Vertrieb der Gadgets für Google Desktop erfolgt webbasiert via iGoogle Plattform.

Die Präsenz auf der Plattform ist bei beiden Unternehmen (noch) kostenlos. Der Trend zu werbefinanzierten Diensten legt nahe, dass dies – zumindest bei Google – auch in Zukunft  so bleiben wird. Somit profitiert der Anbieter eines Gadgets im Bezug auf Reichweite und Branding vom Traffic auf den Vertriebsplattformen. Die Publikation erfolgt bei beiden Unternehmen nach einer inhaltlichen und technischen Sicherheitsüberprüfung sowie einer Zertifizierung, wobei die Hürden bei Microsoft etwas höher sind.

In Europa sind gegenwärtig erst wenige Unternehmen auf den Plattformen präsent. Die meisten Gadgets fallen unter die Kategorie "programmiertechnische Fingerübungen" von Privatpersonen.

Dies liegt unter anderem daran, dass gegenwärtig viele Unternehmen noch mit der Baustelle Corporate Website beschäftigt sind, der Entwicklungsaufwand für Gadgets überschätzt wird und oft das Wissen über die Nutzung als Kommunikationskanal nicht vorhanden ist.

Es finden sich aber für Windows Sidebar trotzdem interessante Dienste wie das Gadget von Xing, welches einen direkten Zugriff auf die Nachrichten und Kontakte ermöglicht und eine Suchfunktion enthält. Amazon stellt eine Produktsuche zur Verfügung und das Gadget des Schweizer Fernsehens liefert direkt das aktuelle Fernsehprogramm auf den Desktop.

Umgebung personalisierte Website: Google vs. Microsoft zum Zweiten

Microsoft ermöglicht unter dem Oberbegriff Windows Live, welcher verschiedene webbasierte Dienste (Live Search, Hotmail etc.) umfasst, die Zusammenstellung einer individuellen Startseite im Browser.

Der Funktionsumfang entspricht den Windows Sidebar Gadgets – mit kleinen Einschränkungen im Bereich Rich-Media.

Analog bietet auch Google unter der Marke iGoogle dem Nutzer die Möglichkeit, sich eine personalisierte Startseite einzurichten. Die iGoogle Gadgets lassen sich zusätzlich in Google Maps sowie in die Social Network Plattform Orkut einbetten. Speziell hinzuweisen ist hier auf die nahtlose Portierbarkeit der Gadgets zwischen Google Desktop und iGoogle.

Die Publikation einer Anwendung auf den Webplattformen erfordert ebenfalls eine technische und inhaltliche Überprüfung.

In Bezug auf die Anbindung von Datenquellen bestehen die gleichen Möglichkeiten wie bei den Desktop Gadgets.

Umgebung Social Network: Warum sage ich es meinen Bekannten?

Facebook ist mit weltweit rund 150 Mio. Userprofilen das grösste und am schnellsten wachsende Social Network. Facebook bietet die Möglichkeit, Apps zu erstellen, die sich nahtlos in das eigene Nutzerprofil einbinden lassen. Gegenwärtig finden sich auf Facebook in verschiedenen Kategorien tausende von Apps. Eine der bekanntesten Anwendungen in diesem Bereich ist der Geburtstagskalender, welcher den Nutzer automatisch an die Geburtstage seiner Kontakte erinnert.

Die Qualität der Apps ist sehr unterschiedlich, obwohl alle Anwendungen von Facebook überprüft werden. Die meisten stammen von Privatpersonen. Anwendungen von europäischen Unternehmen sind gegenwärtig noch rar; deren Präsenz beschränkt sich mehrheitlich auf Firmenportraits sowie Fangruppen.

Technisch basieren die Facebook Apps auf Webtechnologien. Die Anbindung an bestehende Systeme erfolgt via XML. Speziell erwähnenswert sind hier die zahlreichen Skriptsprachen sowie die API, welche häufig Änderungen erfährt. Dies erfordert eine regelmässige Überprüfung der Applikation.

Die API lässt einen sehr umfangreichen Zugriff auf die Profildaten der Nutzer zu. Beispielsweise wäre es für einen Reiseanbieter möglich, das Lieblingsland eines Nutzers abzufragen und ihm massgeschneiderte Angebote zu liefern.

Im Zusammenhang mit Apps sind zahlreiche Businessmodelle denkbar. Es lassen sich sowohl Produkte als auch Werbeplatz verkaufen und der Einsatz von Games im Rahmen von Brand Marketing ist ebenfalls denkbar. Schlagzeilen hat in diesem Zusammenhang die Fastfoodkette Burger King gemacht. Via Facebook verteilte das Unternehmen Gutscheine für Hamburger an alle Nutzer, welche im Austausch für den Gutschein 10 Freunde aus ihrer Kontaktliste löschten (Slogan: "Tausche einen Burger gegen 10 Freunde"). Die Kampagne generierte innerhalb von kurzer Zeit über 23'000 Gutscheine.

Der virale Effekt (= automatische Weiterverbreitung) spielt im Rahmen von Social Networks eine entscheidende Rolle. Deshalb sind in den Apps entsprechende Funktionen zu integrieren. Intelligent konzipierte Kampagnen nutzen sämtliche Möglichkeiten von Facebook aus. Dazu gehören sowohl Gruppen als auch Unternehmensportraits und Apps. Keinesfalls sollte die Anwendung primär einen Werbezweck erfüllen. An erster Stelle steht der Mehrwert für den Nutzer, d.h. die App muss einen nützlichen Service liefern, der auch weiterempfohlen wird.

Umgebung Mobile: Apple Nr. 1 – wie lange noch?

Im Bereich Mobile ist es bisher einzig Apple gelungen, eine funktionsfähige und betreffend Usability ansprechende kommerzielle App-Vertriebsplattform (iTunes) zu betreiben und den Apps für das iPhone zu einem prominenten Status zu verhelfen.

Bezüglich Funktionen reihen sich iPhone Apps nahtlos in die Familie der Gadgets ein, zusätzlich bieten sie geobasierte und gerätespezifische Features wie den Beschleunigungs- und den Helligkeitsmesser.

Technisch basieren iPhone Apps auf Objective-C 2.0 (Mobile) sowie COCOA-Touch. Bei der Entwicklung sind vor allem die Apple UI Guidelines zu beachten, damit die Apps betreffend Usability den Anforderungen von Apple entsprechen.

iPhone Apps von Unternehmen sind ebenfalls rar. Gegenwärtig ist der Anteil an nützlichen Apps allerdings wesentlich höher als bei den Plattformen für Desktop, Web und Facebook Gadgets. Dies hängt sicherlich auch mit der strengeren Selektion von Apple bezüglich Inhalten und technischem Aufbau sowie dem administrativem Aufwand rund um den Release von kommerziellen Apps zusammen. Google Nokia und Microsoft haben angekündigt, 2009 nach Vorbild von Apple eigene Vertriebsplattformen für Apps auf den Markt zu bringen.

Fazit und Ausblick

Gadgets/Apps sind ein hervorragender Kommunikationskanal, dem Nutzer direkt in seiner individuell präferierten Umgebung – Desktop, Browserstartseite, Social Network oder Mobile Device – Informationen zu liefern und die Möglichkeit zur Interaktion zu bieten. Damit stellen sie eine nützliche Erweiterung der verfügbaren Kommunikationskanäle dar. Die technisch gesehen einfache Portierung der Anwendungen auf die verschiedenen Plattformen ermöglicht es, die Zielgruppen mit geringen zusätzlichen Kosten über weitere Kanäle zu erreichen.

Im Rahmen der Marketingkommunikation liegt der springende Punkt in der Konzeption von sinnvollen Anwendungen. Nützliche Services sind gefragt und nicht ein plumpes Zuschütten der Nutzer mit Werbebotschaften. Ein wesentlicher Aspekt besteht dabei auch in der Einbindung in klassische Kommunikation, im Sinne von Cross-Media Marketing. Unternehmensintern lassen sich Gadgets ebenfalls vielfältig einsetzen, beispielsweise im Rahmen der Mitarbeiterkommunikation und im Bereich CRM. Auch hier besteht die Herausforderung darin, sinnvolle Mehrwertdienste zu erstellen.

Die vielfältigen Aktivitäten der verschiedenen grossen Player machen diesen Bereich spannend und herausfordernd zugleich. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Ankündigungen gemacht werden. Für Unternehmen entstehen dadurch Unsicherheiten und Risiken, jedoch auch grosse Chancen und viel geschäftliches Potential.

Zum Autor:

Daniel Ritschard ist Senior Consultant bei der webgearing ag. Er ist im Bereich der digitalen Kommunikation speziell mit Nischengebieten wie Next Generation Plattformen beschäftigt.

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